Der Mathematiker Lothar Collatz

Heute vor 100 Jahren wurde der Mathematiker Lothar Collatz geboren. Lothar Collatz war einer der Pioniere der numerischen Mathematik und einer der ersten, die den Einsatz von Computern in der Wissenschaft forcierten.

Geboren in Arnsberg, Studium in Greifswald, Göttingen, München und Berlin, ebenfalls Promotion in Berlin. Anschliessend Anstellung als Assistent am Institut für Technische Mechanik in Karlsruhe, wo er 1939 auch habilitierte. 1943 wurde er zum Professor für Mathematik an der TH Hannover ernannt. Hier arbeitete er vorallem mit Problemen der Graphentheorie. 1952 ging er nach Hamburg und gründete dort das Institut für Praktische Mathematik, das er jahrelang auch leitete. Seine Arbeiten erhalten auch heute wieder zunehmend in der Bildberarbeitung eine Bedeutung. Weitere Arbeiten waren nahezu ausschließlich der Angewandten, insbesondere der Numerischen Mathematik gewidmet. Hier wurden von ihm mehrere Algorithmen ausgearbeitet, die für einen computergestützten Einsatz zur Lösung verschiedener praxisrelevanter mathematischer Probleme gedacht sind, z.B.: Nullstellenbestimmung algebraischer Gleichungen, genäherte Berechnung von Eigenwerten, trigonometrische Tschebyschew-Approximation in zwei Variablen und vieles andere mehr. Das von ihm aufgestellte Collatz-Problem ist bis heute noch nicht gelöst.

Im Laufe seines Lebens verfaßte Collatz 10 Lehrbücher und veröffentlichte über 250 Manuskripte, begleitete 40 Doktoranden und 25 Habilitanten. Er besaß 7 Ehrendoktorate, unter anderem der Universitäten in London, Sao Paulo, Hannover, Dresden und Wien. Lothar Collatz verstarb im September 1990 während einer Mathematiker Tagung in Bulgarien.

Zu Ehren des 100. Geburtstages von Collatz veranstaltet die Universität in Hamburg im Oktober 2010 eine “Collatz-Woche”. Weitere Infos zum Programm der Festveranstaltung gibt es auf den Webseiten der Uni Hamburg.

Weitere Infos zu Lothar Collatz und seinem Lebenswerk.

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