Dyskalkulie – wenn das Rechnen zur Qual wird

Im Kern ein reines Wissensdefizit, handelt es sich bei der Dyskalkulie um eine Entwicklungsstörung.  Betroffenen fehlt das Verständnis für Zahlenverhältnisse, Rechenoperationen, oder Mengen. Unter Dyskalkulie leidende Menschen nutzen zum Rechnen von Aufgaben meist Hilfsmittel wie ihre Finger, sie erkennen offensichtliche Fehler nicht, oder Rechnen an stellen, an denen sich jedes Rechnen erübrigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert in ihrer „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme” (ICD 10) die Rechenstörung als festgeschriebenen Begriff folgendermaßen:

„Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differenzial- und Integralrechnung benötigt werden.” (WHO 2007, Entwicklungsstörung F81.2)

Jürgen Retzlaff, Leiter des Zentrums zu Therapie der Rechenschwäche in Magdeburg (ZTR) geht davon aus, dass ca. 25% aller Grundschüler von Dyskalkulie betroffen sind. Kinder, die unter der Rechenschwäche leiden, haben bereits in der 1. Klasse nicht das Mathematische Vorwissen, um den Schulstoff verstehen und folgen zu können. Diese Defizite können dazu führen, dass sich neue Aufgabengebiete nicht erschließen lassen und sich die Betroffenen immer größer werdenden seelischen Druck aufbauen.

Ein Test kann von Diplompsychologen, privaten Instituten oder Schulpsychologen am Landesverwaltungsamt durchgeführt werden. Allerdings waren Schulpsychologen davor, denn nicht jeder, der Probleme beim Rechnen hat, sei auch betroffen. Im Zweifel sei immer die Schule erste Anlaufstelle. Jedoch betont das Zentrum zu Therapie der Rechenschwäche in Magdeburg (ZTR): „Die Früherkennung der Rechenschwäche ist von zentraler Bedeutung“. Dann könnten Betroffene noch unterhalb des Levels einer Therapie gefördert werden. Doch genau hier liegt das Problem. Denn noch weiß nicht jeder von der Existenz der Schwäche. Bei vielen bleibt sie daher unentdeckt.

ICD:
Dyskalkulie - R48.8
Kombinierte Störungen, schulische Fertigkeiten - F81.3

Quellen: Mitteldeutsche Zeitung online

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Ein Kommentar

  1. für alle die gern Rätsel lösen: frogged.de/fie-grauen-zellen.html

    1. Jan on Februar 3rd, 2010 at 20:24:19.u

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