Entwicklung von Rechenfertigkeiten

Neulich kam bei unserem Weihnachtsessen das Thema Entwicklungen von Rechenfertigkeiten auf. Da meine gute Freundin Lea gerade einen Artikel darüber geschrieben hat, möchte ich den hier heute veröffentlichen.

Das Rechnen ist eine komplexe geistige Tätigkeit, an der viele unterschiedliche Hirnfunktionen beteiligt sind. Auf der Grundlage einiger angeborener Kernkompetenzen entwickeln sich diese Hirnfunktionen, hauptsächlich im Kontakt mit der Umwelt, besonders in der Schule (vgl. von Aster, Schweiter & Weinhold Zulauf 2007). Analoge Repräsentationen stellen die Basis für spätere Zählprozesse und exaktes Rechnen dar. Mit zunehmender Rechenfertigkeit werden Kinder schneller und präziser beim Rechnen (vgl. Jacobs & Petermann 2005). Die Faktoren, die an der Entwicklung der Repräsentationen beteiligt sind, beeinflussen den Erwerb der Rechenleistung erheblich.

In den ersten beiden Schuljahren lernen die Kinder insbesondere die Transkodierung und das Zählen. Dies gehört aber auch zu den Fertigkeiten, die schon im Kindergarten entwickelt werden. Bei der Transkodierung werden Zahlen aus der visuell-arabischen Repräsentation in die auditiv-sprachliche Repräsentation übersetzt und auch andersherum. Die drei unterschiedlichen Repräsentationen spielen während der gesamten Schulzeit eine tragende Rolle. Die Zählübungen, das Kopfrechnen und insbesondere die Addition und Subtraktion aktivieren die auditiv-sprachliche Repräsentation und die schriftlichen Rechnungen die visuell-arabische Repräsentation. Die analoge Repräsentation von Größen entwickelt sich durch die Schätzaufgaben und das Überschlagsrechnen weiter.

Das COMP-Modell zeigt ein Beispiel für den Ablauf einer Rechenprozedur nach dem neuro- und kognitionspsychologischen Ansatz. Es handelt sich um den Abruf von Faktenwissen bei Additionsaufgaben. Als erstes wird zu den beiden Zahlen (hier 4 und 2) ein abstraktes Zahlenverständnis aufgebaut. Anschließend werden die beiden Summanden auf ihre Größe hin verglichen und geordnet. Anschließend wird die Summe aus dem Faktenwissen abgerufen. Dieses Wissen ist in einer Faktentabelle gespeichert. Der Name der Ergebniszahl wird abgerufen: „sechs“.

Teil 2 kommt morgen

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Ein Trackback

  1. von Mathematik im Alltag | Matheblog on 30. Dezember 2008 at 13:48:16.000000

    [...] Verständnis von Mathematik sollte jedoch jeder besitzen, damit er im Alltag keine Nachteile hat. Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Prozentrechnung oder das Lösen von Gleichungen benötigt jeder zum [...]

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