Der im Mai 1966 geborene Gert Mittring gehört wohl zu den begabtesten deutschen Zahlenkünstlern und passt daher auch bestens in unsere kleine Serie zum Thema Mathe-Promis.
Schon in der Kindheit fiel Mittrings Hochbegabung im Bereich Mathematik auf, dennoch schaffte er sein Abitur nur ganz knapp mit einer 3,7; was ihn jedoch nicht davon abhielt ein Diplom in Informatik zu machen und Doktor der Erziehungswissenschaften und der Psychologie zu werden. Auch wenn man es kaum glauben mag, Mathematik hat er nicht studiert. Bereits mit vier Jahren beherrschte er die 4 Grundrechenarten im Kopf und konnte im Tausenderraum Rechnen. Im Alter von Zwölf Jahren entwickelte er eine Formel zur Berechnung des Wochentags zu einem bestimmten Datum. Sein erster Weltrekord im Kopfrechnen gelang ihm bei der Errechnung der 137. Wurzel aus einer tausendstelligen Zahl in einer Zeit von gerade einmal 13,3 Sekunden. Die Rechnung vollbrachte er nur im Kopf und ohne jegliche Hilfsmittel. Dokumentiert und untersucht wurde der Weltrekordversuch im Rahmen eines Forschungsprojekts von Jürgen Bredenkamp am Psychologischen Institut der Universität Bonn.
Neben einigen Weltrekorden im Kopfrechnen gewann Gert Mittring sechsmal hintereinander die Goldmedaille bei der Mind Sports Olympiade (2004-2009) und darf den Titel „Großmeister im Kopfrechnens” führen.
Derzeit arbeitet Mittring gemeinsam mit Dr. Ida Fleiß als freier Wissenschaftler im Bereich der Hochbegabtendiagnostik, als Algorithmenentwickler und Begabungsforscher. Außerdem ist Gert Mittring Mitglied im European Council for High Ability (ECHA) und im World Council for Gifted and Talented Children (WCGTC) sowie weiterer Arbeitskreise, die sich mit Begabtenforschung und Begabtenförderung beschäftigen. Er ist Bundestrainer des „KIT-Clubs e. V.” für Mathematik / Rechnen / Kopfrechnen, aktives Vorstandsmitglied von Mensa Österreich, MINT-Botschafter und ehemals Mitglied des Vorstandes von Intertel.
Wie auch unter anderem Mirko Slomka und Barbara Meier war Gert Mittring Botschafter im Jahr der Mathematik 2008. Als solcher leitete er 2008 unter der Schirmherrschaft von Annette Schavan die weltweit erste Kopfrechenweltmeisterschaft für Schülerinnen und Schüler in Nürnberg.
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