Gibt es eigentlich das “Mathe – Gen”?

Mathematik:  Problemfach Nr. 1 in Schulen! Die Abbrecherquote im Studiengang Mathematik wird in manchen Bundesländern auf bis zu 70 % geschätzt und auch Ingenieure scheitern in ihrem Studium an dem gefürchteten Fach.

Woran liegt das? Gibt es ein “Mathe – Gen“, welches dafür sorgt, dass die einen mit Zahlen umgehen können und andere nicht?

Keith Devlin, Autor des Buches “Das Mathe Gen” ist davon überzeugt, dass das sogenannte Mathe Gen überhaupt nicht existiert und es keine angeborene Fähigkeit zum mathematischen Denken gibt. Darüber hinaus fanden Forscher heraus, dass der Sinn für Nummern – dank der Evolution – allen Menschen innewohnt. Daraus lässt sich folgern, dass jeder Mathematik kann. Trotzdem haben in einer Umfrage des Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz- Landau, 2/3 der befragten Schüler angegeben, Probleme im Fach zu haben.

Gründe bzw. Vorurteile die Mathematik zum Problemfach machen: Mathematik kann nicht auswendig gelernt werden. In vielen Fächern müssen Fakten memoriert und in Klausuren niedergeschrieben werden. Mathematik muss verstanden werden. Aber es fällt uns schwer etwas routiniert auszuführen und auf andere Probleme zu übertragen, solange wir es eigentlich gar nicht nachvollziehen können.

Mathematik ist praxisfern: Mathematische Berechnungen wirken abstrakt und scheinen mit der Realität nichts zu tun zu haben. Als Schüler fragt man sich demzufolge, wieso man denn mit irgendwelchen Formeln hantieren können muss und wozu man das ganze denn braucht. Wahrscheinlich nie wieder im Leben!

Mathematik ist abstrakt: Wie kompliziert hätten wir es denn heute gern? Hier mal zum Rätseln:

Hinter dieser Notation verbirgt sich der Limes, den wir schon in der 11. Klasse kennen lernen. Wer die Zeichen nicht verstehen und verknüpfen kann, scheitert hier an der Anwendung.

Im Übrigen werden in der Befragung des zepf die unterrichtenden Lehrer im Durchschnitt nicht besser als mit der Schulnote 4 bewertet. Dabei sollten gerade Lehrer in der Lage sein, den Schülern ein Zugang zur Mathematik zu ermöglichen und Abstraktes verständlich zu machen.

Wie lernt man Mathematik denn nun  am besten: Vergleicht man ein Mathematiker mit einem Marathonläufer kann man fest stellen: Der Marathonläufer trainiert über Jahre hinweg um bei einem 42 km Marathonlauf teil zu nehmen. Je mehr er trainiert, desto mehr Muskelmasse bildet er, desto mehr Spaß findet er am Laufen und desto besser wird er.

Genauso verhält es sich mit der Mathematik. “Üben” heißt auch hier das Zauberwort. Je mehr wir uns den Aufgaben stellen, desto besser können wir sie nachvollziehen. Dabei reicht es nicht aus sich eins, zwei Aufgaben aus dem Mathematikunterricht anzuschauen. Viel wichtiger ist es, auch nebenbei immer wieder neue Aufgaben zu rechnen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Mathematik kann sogar Spaß machen. Dieses Gefühl empfindet man, sobald der „Groschen gefallen ist“, die Aufgaben sich wie von selbst lösen und wenn alles auf einmal einen Sinn macht. Je mehr Aufgaben wir also üben und je mehr wir von uns selbst fordern desto besser werden wir und desto besser lassen sich auch neue Themen der Mathematik nachvollziehen.

Der eine kann vielleicht besser mit Zahlen und Logik umgehen als der andere, trotzdem verfügen wir alle über die Fähigkeit Mathematik zu verstehen und anzuwenden. Mit einer Portion Selbstüberwindung und Ausdauer kann also jeder Mathematik verstehen und sich ein „Mathe – Gen“ aneignen.

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Mit dem Matheblog.de RSS feed immer auf dem neuesten Stand!

-->

Kommentar abgeben

Deine eMail wird niemals veröffenlicht. Erforderliche Felder sind mit einem * markiert

*
*