Heißbegehrt und trotzdem einsam

Spannende Berufsfelder und beste Jobaussichten: Mathematiker, Informatiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler werden von der Arbeitswelt sehnlichst erwartet. Und doch klafft genau dort eine eine riesige Fachkräftelücke. Aber warum ist das so?Dass die Sache mit dem MINT-Nachwuchs in Unternehmer-Deutschland nicht so recht gelingen will, ist bekannt. Auf der entsprechenden Rangliste stehen wir auf dem letzten Platz, Schlusslicht der OECD. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln prognostiziert bis 2015 eine Lücke von 254.000 hochqualifizierten MINTlern. Und mittelfristig rechnet man sogar mit einem Minus an Fachkräften von rund 426.000 Köpfen in allen technischen Berufen bis 2020.

Grund für den Mangel ist die Demografie: Die starken Geburtenjahrgänge der 50er-Jahre, die nach und nach in den Ruhestand müssen und durch Nachrücker ersetzt werden müssen. Doch warum ist das so schwer?

Interessante Antworten auf das geringe Interesse an MINT gibt eine Studie im Auftrag des Schweizer Staatssekretariats für Bildung und Forschung: Demnach ist es „die Leistungsfähigkeit in Mathematik im Alter von 15 Jahren“, die die Wahrscheinlichkeit stark beeinflusse, später eine MINT-Fachkraft zu werden, ist dort zu lesen. MINT also nur etwas für die leistungsfähige Elite? Mitnichten. Mindestens genauso wichtig für eine MINT-Affinität seien Kompetitivität, Ehrgeiz und Fleiss, berichtet die Studie.

Vor allen Dingen der Bedarf an jungen Ingenieuren wird steigen: Zwischen 2015 und 2020 werden jedes Jahr rund 42.000 Absolventen eines ingenieurwissenschaftlichen Studiums benötig. Der Ersatzbedarf bei Mathematikern, Informatikern und Naturwissenschaftlern ist etwas geringer, aber dennoch immer noch groß: So werden in Unternehmen bis 2020 jährlich rund 12.000 Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler das Feld räumen – und müssen ersetzt werden.

Dem Bedarf steht die zu geringe Zahl an MINT-Absolventen von Universitäten und FHs gegenüber: Bleibt ihre Anzahl auf dem heutigen Niveau (85.000 bis 90.000 pro Jahr), werden den Unternehmen damit jährlich rund 20.000 MINT-Kräfte fehlen.

Übrigens: Frauen sind in den MINT-Berufen immer noch chronisch unterrepräsentiert… Die Wahrschein- lichkeit eines 15-jährigen Schülers, eine MINT-Fachkraft zu werden, ist fünfmal höher als diejenige einer 15-jährigen Schülerin. Aber das ist ein ganz eigenes Thema!

Quelle: IW Köln/ gesatmetall.de/ dievorlkswirtschaft.ch

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Ein Kommentar

  1. Interessanter Artikel. Ich finde, zwischen wollen und können liegt auch noch ein großer Unterschied. Ich bin “MINT-Student” und habe in meinem ersten semester sämtliche Flachzangen erleben müssen. Ich habe mich gewundert, warum die keine Peilung haben. Dann habe ich mal zufällig nach der Abinote gefragt (irgendwas mit 3,…) und meinte, dass der NC doch aber bei 1,7 liege. Da haben sie dann erzählt, dass sie sich eingeklagt haben. Sowas lob ich mir. Leute mit 2,0 bekommen keinen Platz, weil solche Idioten, die keinen Plan von nichts haben, einen reichen Papi zum Einklagen haben…

    1. Freddi on Oktober 21st, 2011 at 11:59:55.000000

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