Eine Kollege machte mich eben darauf aufmerksam, dass die Mathematikprofessorin Kathrin Bringmann die Mock-Thetafunktionen entschlüsselte und erhält dafür von der Krupp Stiftung den mit eine Million Euro dotierten Alfred Krupp Förderpreis für junge Hochschullehrer 2009. Der Alfried Krupp-Förderpreis gehört damit zu denn am höchsten dotierten Preisen für Nachwuchsforscher in den Natur- und Ingenieurwissenschaften an deutschen Universitäten. Warum das, wie sovieles in letzer Zeit, an mir vorbeigegangen ist, kann ich nicht sagen. Ich bin halt nur ein Blogger und keine Newsseite.
Professorin Dr. Kathrin Bringmann lehrt an der Uni Köln. Ihr Fachgebiet ist die Zahlentheorie. Dieses Gebiet der Mathematik befaßt sich ursprünglich mit den Eigenschaften ganzer, positiver Zahlen. Zahlentheoretische Probleme lassen sich zwar häufig einfach formulieren, ihre Lösung erscheint jedoch in vielen Fällen unerreichbar. Dies galt viele Jahrzehnte auch für die sogenannten Mock-Thetafunktionen (oder Schein-Thetafunktion) und ihre Anwendungen. Diese Funktionen waren vor mehr als 80 Jahren von dem genialen indischen Mathematiker Srinivasa Aiyangar Ramanujan entdeckt worden, der jedoch ihre rätselhaften Eigenschaften weder bewies noch einordnete. Ramanujans Erkenntnisse waren lange unverstanden. Sie täuschen zwar Ähnlichkeiten zu den bekannten Thetafunktionen vor, die eine spezielle Klasse von Funktionen einer komplexen Variablen darstellen. Im Unterschied dazu enthielten die Mock-Thetafunktionen jedoch nur die Hälfte der Informationen, die zu ihrem Verständnis erforderlich gewesen wären. Der Rest lag im Verborgenen. Mit den „Mock-Thetafunktionen“ können Wissenschaftler Phänomene, die auch außerhalb der Mathematik liegen, besser verstehen: Biologen zum Beispiel das Wachstum von Zellen, Physiker unter anderem schwarze Löcher.
Die Wissenschaft wurde Kathrin Bringmann in die Wiege gelegt. Ihr Vater ist Chemiker und ihre Mutter Mathematikerin. Mathematik lag ihr schon in der Schule. Sie studierte erst in Würzburg Mathematik und Theologie. Bestand ihr Mathematik Diplom mit Auszeichnung. Anschliessend promovierte sie in Heidelberg Mathematik und lehrte danach 3 Jahre an der Universität Wisconsin in Madison und der Universität Minnesota in Minneapolis. 2008 wurde sie zur Professorin der Universität in Köln ernannt.
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