Müssen deutsche Schulen bald mangels Lehrkräften geschlossen werden?

Eine zentrale Frage, die vielleicht so oder ähnlich im Juni 2009 auf der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin gestellt wurde.

Beim Bildungsgipfel im Oktober 2008 in Dresden hatten die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Merkel noch zugesagt den Rückgang der Schülerzahlen „insbesondere zur Verbesserung der Bildungsqualität zu nutzen”.

Die Berechnung des Essener Bildungsforschers Prof. Dr. Klaus Klemm zeigen jedoch eine andere Realität auf.

Nach seiner Analyse werden bis 2015 ca. 300.000 Lehrer in Pension gehen. Dem entgegen stehen gerade einmal 130.000 Nachwuchslehrer in den kommenden 5 Jahren.  Bis 2020 werden insgesamt 450.000 Lehrer aus Altersgründen aus dem Schuldienst ausgeschieden sein. Klemm fürchtet bereits jetzt erhebliche Defizite in der Bildungsqualität. Klemm: „Vor allem als Naturwissenschaftler gibt es in der Wirtschaft bessere Verdienstmöglichkeiten.” Daraus resultiert, dass gerade in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe und Physik der größte Mangel herrscht.

Prof. Klemm fordert eine drastische Verbesserung der Studienbedingungen für Lehramtsstudenten. So machen derzeit ca. 40% der Studierenden eines Lehramts keinen Abschluss, was nicht zuletzt auf mangelnde Beratung zurückzuführen ist. Allein die Halbierung der Abbrecherquote würde jährlich zusätzlich 10.000 Lehrkräfte schaffen.

Es bleibt abzuwarten wie die Politik auf dieses Thema reagieren wird. Denn sollen die Versprechen des Bildungsgipfels 2008 wahr werden, so müssten bis 2015 jährlich 38.000 Lehrer in den Schuldienst eingestellt werden, bis 2020 dann jährlich weitere 32.000.

Quellen:
Bild.de
Derwesten.de

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