Online Lernen mit Scoyo

Oder eher als Fragestellung: Kann man mit Scoyo Mathe lernen? In einer der letzen Ausgaben der Computer Bild wurde der Bertelsmann Ableger www.scoyo.de durch die Mangel genommen.

Scoyo ist eine Lernplattform für Kinder,  welches den Lernstoff der Schulklassen 1-7 in lustige Lernspielabenteuer verpackt. Zusammen mit Comicfiguren, diese werden als  Flashanimationen verpackt, was natürlich sehr ansehnlich und hübsch programmiert wurde, müssen Aufgaben gelöst und Abenteuer bestanden werden. Scoyo wird von Klasse 1-4 in den  Unterrichtsfächern Mathe und Deutsch angeboten. In den Klassen 5-7 kommen dann noch Physik, Chemie, Biologie, Englisch und Kunst hinzu. Scoyo kann per Abomodell gebucht werden. Die Kosten betragen zwischen 10,- und 20,- Euro im Monat, je nach Länge des gewünschte Abonnements. Scoyo bietet den Interessierten Usern aber einen Testzugang von 7 Tagen an, so dass sich Eltern und Kinder auf jedenfall vorab eine eigene Meinung bilden können.

Aber nun zum Testbericht: Vorweg, nach Einschätzung des Klett-„E-Learning-Experten“ Tobias Unger ist  Scoyo „nicht [...] pädagogisch wertvoll“. Unter anderem kritisiert er den Edutainment-Ansatz des Angebots sowie eine fehlende eingehende Lernstandsmessung. Dr. Nikola Ristic erwartet ebenfalls “keine Wunderdinge” durch die Benutzung vom Lernsystem, äußert sich aber positiv zu den fantasievollen Geschichten und den sich schnell einstellenden Erfolgserlebnissen.

Auf über 2 Seiten wurden Aufbau und Funktionsweise von Scoyo erklärt. Das Programm wurde nach folgenden Kriterien getestet:
•    Angebotsgröße und Ausstattung
•    Nutzwert
•    Bedienung
•    Service, Recht und Datenschutz

In jeder Kategorie gab es natürlich weitere Unterthemen, so wurde auch die Kompatibilität mit verschiedenen Internetbrowsern (Note 1) oder das didaktische Konzept (Note 2) mit untersucht.

Besonders schlecht kommt Scoyo bei der Vielfältigkeit der Wissensvermittlung (Kategorie Nutzwert) weg (Note 5). Hierbei wurde vor allem kritisiert, dass die Kreativität zu kurz kommt und die Möglichkeit zur Interaktion fehlt. Darüber hinaus wurden die Lösungsmethoden beim Lernen, die Ladegeschwindigkeit der Startseite, die Auffindbarkeit und der Infowert der Hilfetexte sowie mehrere kleine Fehler in den AGBs bemängelt (jeweils Note 3 bis 3,5). Grundlegender Datenschutz ist aber mittels https-Zertifikat und einer (kurzen) Datenschutzerklärung gewährleistet.

In der Angebotsgröße erhält Scoyo eine Note 1,5. Immerhin gibt es über 4.000 verschiedene Lernmodule die mit Bildern, Text und Ton aufbereitet werden. Ebenso kann der Schüler Punkte bei der Lösung der Aufgaben sammeln und so in einer Bestenliste den Highscore knacken. Aber erst ab Klasse 5. Insgesamt schneidet Scoyo mit der Note 2,6 ab.

Letztendlich denke ich, dass ein Einsatz von Scoyo in der Schule definitiv nicht in Frage kommt. Dafür überzeugt mich das pädagogische Konzept leider nicht. Der Edutainment Ansatz ist wohl eher für den Einsatz im Kinderzimmer oder als Alternative zu anderen Computerspielen zum Zeitvertreib oder als Ergänzung gedacht. Und um meine Eingangs gestellte Frage zu beantworten: Scoyo eignet sich nicht zum Mathematik lernen.

Leider existiert der Artikel nur in der Printversion, so dass ich euch leider keinen Link zum Artikel anbieten kann.

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Mit dem Matheblog.de RSS feed immer auf dem neuesten Stand!

-->

2 Kommentar(e) wurde(n) abgegeben (Weiteren Komentar abgeben)

  1. Lukas sagt:Wikipedia sagt Kuma ist:- ein Kampf-Tier aus dem Videospiel Tekken (TM)- im Japanischen gay slang ein fetter baaehrter Mann – ein Charakter aus der Manga Serie One Piece (TM)- KumaWar, ein third person shooterHmm.. Ausschlussprinzip.. nach welchen Kriterien wundere ich mich?!

    1. Skate on November 20th, 2012 at 11:55:57.000000
  2. Hallo,

    ich habe mich eine Weile mit Scoyo beschäftigt, weil ich zuerst glaubte, dass es ein ganz interessanter Ansatz sei, um jüngere Schüler zum Selbstlernen zu animieren. Mich stört daran aber besonders, dass viel zu viele bunte Geschichten im Vordergrund stehen und das Lernen nur nebenbei stattfindet. Das Angebot tut so, als müsste man Kinder zum Lernen überreden. Tatsächlich wollen Kinder aber gerne lernen und da stehen ihnen hier die langen Geschichten eher im Wege.

    2. Kalonis on November 9th, 2009 at 15:42:09.000000

Kommentar abgeben

Deine eMail wird niemals veröffenlicht. Erforderliche Felder sind mit einem * markiert

*
*