Das Thema Online lernen ist das “Now Big Thing”! An jeder Ecke des WWW entstehen neue Angebote. Seien es nun innovative Online-Lernsysteme, Lernplattformen oder neuartige Lernsoftware. Aber nur in wenigen Schulen und Lerneinrichtungen Deutschlands werden bislang diese Technologien eingesetzt. In der letzten Woche gab es einen interessanten Artikel im Focus dazu, der unter anderem einige Beispiel aus Kalifonien anführt. Nicht nur das der US-Bundesstaat bei der Umstellung von Papier auf elektronische Medien jährlich 400 Millionen US-Dollar einsparen würde. Auch die Politik bereitet einen großen Umschwung vor. Bereits im Juni diesen Jahres hat Gouverneur Schwarzenegger eine radikale Schulreform angekündigt. Unabhängig davon das Lehrbücher dort ca. 6 Jahre halten müssen, beinhalten sie zum Beispiel in Geschichte nicht die aktuellen Entwicklungen der jüngsten amerikanischen Geschichte. In einigen Schulen arbeiten nun bereits 2jährige mit Lernsoftware an ihren Laptops, mit Blackboard - virtuellen Tafeln mit integrierten Blogs und Podcasts, mit iMacs oder mit iPod-Touch. Die Vorteile von Online-Lernsystemen sind vielfältig. Einerseits kann sich die Software auf den Leistungsstand des Schülers einstellen, Übungen können mit unterschiedlichen Variablen tausendfach wiederholt werden, Tests können darüber abgewickelt werden. Und andererseits bieten Lernprogramme auch für Lehrer Arbeitserleichterungen, zum Beispiel bei der Erstellung und Überprüfung von Aufgaben, an. Und nicht zuletzt macht das Lernen mit einem Rechner viel mehr Spaß, als das stumpfe Schreiben mit einem Füller wie vor hundert Jahren.
dpa und IQon 2010
Die deutsche Presseagentur dpa hat ebenfalls die Zeichen der Zeit erkannt und hat mit einem Webseitenbetreiber Namens Conciety eine Lernplattform im Internet für Schüler und Lehrer gestartet. Der Name der Lernplattform lautet: IQon 2010 - in Verbindung mit IQon Nachrichten und IQon Lexikon. Noch ist nicht viel zu sehen und eine Schullizenz wird um die 2.000 € kosten. Aber der erste Schritt ist jedenfalls getan. Mit Sicherheit werden weitere folgen.
In einem Vortrag anlässlich der Kampagne “Stark durch Erziehung” hat Prof. Dr. Jürgen Oelkers, einer der z.Zt. renommiertesten Pädagogen Deutschlands, Anfang November in Basel passende Worte gefunden, welche ich abschließend zum Beitrag unkommentiert wiedergebe.
“Als Unterricht gilt nur das von der Lehrkraft angeregte oder gesteuerte Lehren und Lernen, das mit einem bestimmten Unterrichtsdeputat erfasst wird und schon von daher strukturbewahrend wirkt. Auf der anderen Seite ist der Einsatz von Plattformen eine der wenigen Möglichkeiten, Heterogenität unmittelbar und wirksam zu bearbeiten. Wenn die Schülerinnen und Schüler nach eigenem Lerntempo arbeiten und durch fortgesetzte Rückmeldung den Fortgang ihrer Arbeit kontrollieren können, entsteht eine grundlegend andere Situation als im klassenbezogenen Unterricht. Von dieser Form profitieren auch und gerade die Leistungsschwächeren, die unbehelligt von den Stärkeren Aufgaben bearbeiten und sich Leistungszielen nähern können, die für sie erreichbar sind.”
Update 01.12.09: Passend zum Beitrag erschien heute im Tagesspiegel ein Artikel, dass auch in Deutschland einige sehr gute Beispiele existieren. So arbeitet die Heinz-Galinski-Schule in Berlin ebenfalls mit Whiteboards, Classmates-PCs (spezielle Laptops für Schüler) und einer Dropbox (ein virtueller Ordner, mit Zugang auch für die Eltern). Zum Artikel
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