Sind unsere Drittklässler überfordert?

Wieder einmal ist eine Diskussion entfacht, ob das Niveau und die Anforderungen für unsere Drittklässler zu hoch seien. Zentrale Lernstandserhebungen in der Jahrgangsstufe 3 (Vergleichsarbeiten – VERA 3) wurde am 06.05.2010 länderübergreifend in den Grundschulen bei Drittklässlern im Fach Mathematik (Zahlen und Operationen, Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit) durchgeführt.

Hierbei kritisiert Didaktik-Professor Erich Christian Wittmann von der Technischen Universität Dortmund, die Testinhalte. Diese sollen angeblich auf dem Niveau von Viertklässlern liegen, künstlich und realitätsfremd sein. Die Textaufgaben seien zu lang und somit schwer verständlich. Dabei erhält er Unterstützung von vielen erfahrenen Lehrern. Jedoch sagen Bildungswissenschaftler, die an diesem Projekt teilnahmen, dass Wittmanns Kritik „schlicht aus Unkenntnis“ resultiert. Sie sind der Ansicht, dass Wittmann die Schüler unterschätzt und homogenisieren will.

An Berliner Schulen, die in einem sozialen Brennpunkt liegen, waren die Aufgaben zu schwer, was fast zu einem Boykott geführt hätte. Zudem wurde kritisiert, dass die Klassenarbeiten von den Klassenlehrern beaufsichtigt wurden. Sie gaben teilweise Hilfestellungen und Tipps vor und während der Arbeit.

Einige Schulen haben bereits ihr Ergebnis. Eine berlinweite Übersicht wird im Herbst erwartet.

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