Mathematikerin Sofja Kowalewskaja

(15.01.1850 – 10.02.1891)

Heute vor 160 Jahre wurde Sofja Kowalewskaja als zweite Tochter eines russischen Generals und seiner 20 Jahre jüngeren Frau in Moskau geboren. Ihre Begeisterung für Mathematik wird schon in jungen Jahren geweckt. Sie lauscht den Gesprächen ihres Onkels und ihres Vaters über mathematische Themen. Bereits mit 12 Jahren liest sie ein Buch ihres Nachbarn, des Physikprofessors Tyrtow. Der Vater verbietet ihr lange Zeit sich mit der Mathematik zu beschäftigen, da sie alle anderen Dinge zu vernachlässigen droht.

Mit 17 Jahren heiratet Sofja den angehenden Paläontologen und Anhänger der Nihilisten, Wladimir Kowalewski. Da Sofja Mathematik studieren möchte , reist das Paar nach Heidelberg. Zu dieser Zeit ist es Frauen jedoch nicht gestattet sich an deutschen Hochschulen einzuschreiben. Nach vielen vergeblichen Vorsprach wird ihr gestattet einzelne Professoren um Erlaubnis zu bitte, ihren Vorlesungen beiwohnen zu dürfen. Schnell erkennen Professoren wie Königsberger, Kirchhoff und Helmholtz Sofjas außerordentliche Begabung.

Auf Empfehlung wechselt Sie nach Berlin um dort das Studium bei Karl Weierstraß fortzusetzten. Da die Berliner Universitätsleitung trotz der Fürsprache von Weierstraß Sofja nicht gestattet dessen Vorlesungen zu besuchen, betreut er Sie privat und unterrichtet sie zweimal wöchentlich. 1875 promoviert Sie  an der Universität Göttingen und erhält in absentia den Doktortitel mit dem Prädikat summa cum laude.

Sofja stürzt in eine Schaffenskriese da ihr viele Jahre das Recht auf wissenschaftliche Arbeit verwehrt wird.  Sie beschäftigt sich einige Jahre gar nicht mit der Mathematik. In dieser Zeit bekommen sie und ihr Ehemann Wladimir eine Tochter. 1883 nimmt sich Wladimir das Leben. Der anfängliche Schock stellt sich als Sofjas Befreiung heraus. Sie kann nun vollkommen selbstständig und eigenmächtig reisen, was zuvor nur mit schriftlicher Zustimmung ihres Mannes möglich war. Sie geht nach Schweden um dort an der neu gegründeten Universität Stockholm als Dozentin zu arbeiten.

1886 erhält sie den Prix Bordin der Französischen Akademie der Wissenschaften. 1889 erhält sie als erste Frau der jüngeren wissenschaftlichen Geschichte eine Professur in Mathematik. Im selben Jahr gewinnt sie den Preis der Schwedischen Akademie und  wird zum Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften ernannt.

Am 10.02.1891 stirbt Sofja Kowaleskaja an einer zu spät behandelten Lungenentzündung.

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Ein Kommentar

  1. Schöner Artikel. Hatte davor schon einmal einen kurzen Artikel gelesen, dass Sie die erste Mathematikdozentin gewesen sein soll.

    1. Jan on Januar 19th, 2010 at 21:06:57.000000

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